Wenn die Mauer bröckelt … und das Ich erscheint

3 1/2 Jahre ist es nun her, seit ich meinen Therapeuten fand … 12 Monate seit Ende der Therapie, seit dem es nur noch Nachsorgestunden gibt, 3 pro Quartal … und immer sagte er mir:

„Therapie ist dauerhaft und fortlaufend. Das Denken arbeitet immer weiter“

Joa, und so arbeitet es auch heute noch und es tut etwas schlimmes. Es löst Fassaden auf und bricht mauern ein.

Doch niemand versteht, was er dahinter sieht. Niemand kennt, was ich immer zu verbergen versucht habe. Niemand erkennt, was er sieht, auch ich nicht.

Ich weine viel, bei jedem bisschen und nun darf ich hinterfragen: Warum weine ich. Was löst dieses und jenes in mir aus – als mein eigener Therapeut.

Mir war völlig unklar, wie aggressiv ich früher war. Eigentlich war ich im Kindergarten schon auffällig, weil ich um mich schlug, kratzte, andere verletzte. Und da begann eigentlich schon eine Mauer, sich zu errichten. In der Grundschule wurde ich stiller und mein Lehrer erhöhte die Mauer enorm.

Viele Dinge erhöhten sie weiter, so dass mein Ich sich einfach nur ducken musste – sich mit nichts auseinandersetzen. Und nun steht es dort. Nackt, verwundbar … und es muss an sich arbeiten.

Muss es sich erfinden? Oder muss es nur finden, was verborgen ist?

Ich glaub, ich fände eine Neuformung wesentlich angenehmer.

Ein Gedanke zu “Wenn die Mauer bröckelt … und das Ich erscheint

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s