„Ich weiß nicht, wie sie es machen, aber …“

So, es ist alles Gold was glänzt, oder so ähnlich.

Ich hoffe, ihr seid nicht böse, dass ich momentan nicht dazu komme, alle Blogeinträge zu lesen, aber momentan ist alles so viel.

 

Mittwoch hatte ich z.B. wieder einen Termin bei meinem Noch-Therapeuten.

Und ich erzählte ihm von Mr. Happy. Er war ganz erstaunt, wozu ein Mensch (in dem Fall ich) so fähig ist, wie er sich wandeln kann …

 

Wo es noch vor 3 Monaten hieß: „Ich weiß nicht, ob ich je wieder in einer Beziehung leben kann. Ich ertrage ja nicht nur körperliche Nähe nicht, sondern auch emotional, das wird mir alles zu viel; ich brauch Freiraum; …“

steht aktuell ein: „Ich hätte es ja selbst nie gedacht, aber ich möchte jeden Moment meines Lebens mit diesem Mann gemeinsam verbringen. Er ist es wert, sich verletzlich zu machen. Ich mag seine Nähe, ihn spüren. Ich mag alles über ihn erfahren und er sollte alles wichtige von mir wissen. Ich möchte ihm einfach auf jede erdenkliche Art nah sein.“

 

Eine (besorgte) Freundin sagte da nur was davon, dass das so extrem wäre, so dass sie Angst hätte, ich würde wieder abstürzten danach.

 

Mein Therapeut sagte dazu: „Ok, sie spüren extrem. Extreme Liebe, Zuneigung, aber auch extremen Schmerz. Aber sie lernen ja auch, damit zu leben und umzugehen und so wie ich sie momentan sehe (und dann hatte er Tränchen in den Augen).

Ich weiß nicht, wie sie das machen, wie sie das hin bekommen, aber egal wie; was sie machen, machen sie gerade richtig gut.“

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unproduktive Produktivität

Sooo, ich konzentriere mich auf das Glück im Leben, was mich vollkommen produktiv werden lässt … aber nur, was schöne Dinge angeht

 

Lästige Dinge? Hm neee, das möchte ich nicht.

 

Kennt das wer?

Einfach mal was bloggen, um zu bloggen; was kaufen, um zu kaufen … und verliebt sein und Geld ausgeben und schon ist alles Doofe weg – oder so.

Glück ist nicht käuflich – oder: Therapeutensuche Teil 2

Heute suchen wir wieder das Glück in der Therapie … angefangen haben wir ja bereits HIER

Naja, nicht hängen lassen … gestern hatte ich dann einen Abend, an dem ich aktiv gesucht und versucht habe.

Die Mehrzahl der Therapeuten hat ja eine nette Bandansage … Sprechstunden Mo-Do, Sprechzeiten Di und Do … eine hatte weder ein Klingelzeichen noch eine Bandansage (schade, die wäre noch nahe bei gewesen)

Also ruf ich nächste Woche noch 4 Frauen an in etwa 30km Entfernung, die schon alleine raus fallen, wenn sie keine Abendsprechstunde anbieten.

Nun ok, eine Favoritin hatte ich in ebenfalls 30km Entfernung, die aber durch verschiedene genannte Gründe noch die nächsten 5 Wochen pausiert. Also rufe ich sie mal Ende November an.

Etwas Glück hatte ich allerdings. Die Dame, die 2. im Monat Telefonsprechzeiten hat, erreichte ich heute sofort.

Gut, ich stellte mich also vor, ich würde gerne ab September nächsten Jahres eine Traumatherapie anfangen. Ich glaub, ich war recht selbstbewusst. Nachdem ich der armen irritierten Frau erklärte, warum erst so spät, sagte sie mir, dass sie aus gesundheitlichen Gründen sich eine Auszeit nehmen würde und mir daher erst etwas im Frühsommer 2017 anbieten könne … Ich schluckte nur.

Ok, mangels Alternativen hab ich nun im Dezember ein Erstgespräch zum Kennenlernen und schaue mal auf die 4 Möglichkeiten nächste Woche, was die an Terminen zeitlich vergeben.

Es geht weiter – aber hätte sie gesagt „klar, klingt gut“, wäre es ja echt zu schön gewesen, um wahr zu sein 😉

Wenn die Mauer bröckelt … und das Ich erscheint

3 1/2 Jahre ist es nun her, seit ich meinen Therapeuten fand … 12 Monate seit Ende der Therapie, seit dem es nur noch Nachsorgestunden gibt, 3 pro Quartal … und immer sagte er mir:

„Therapie ist dauerhaft und fortlaufend. Das Denken arbeitet immer weiter“

Joa, und so arbeitet es auch heute noch und es tut etwas schlimmes. Es löst Fassaden auf und bricht mauern ein.

Doch niemand versteht, was er dahinter sieht. Niemand kennt, was ich immer zu verbergen versucht habe. Niemand erkennt, was er sieht, auch ich nicht.

Ich weine viel, bei jedem bisschen und nun darf ich hinterfragen: Warum weine ich. Was löst dieses und jenes in mir aus – als mein eigener Therapeut.

Mir war völlig unklar, wie aggressiv ich früher war. Eigentlich war ich im Kindergarten schon auffällig, weil ich um mich schlug, kratzte, andere verletzte. Und da begann eigentlich schon eine Mauer, sich zu errichten. In der Grundschule wurde ich stiller und mein Lehrer erhöhte die Mauer enorm.

Viele Dinge erhöhten sie weiter, so dass mein Ich sich einfach nur ducken musste – sich mit nichts auseinandersetzen. Und nun steht es dort. Nackt, verwundbar … und es muss an sich arbeiten.

Muss es sich erfinden? Oder muss es nur finden, was verborgen ist?

Ich glaub, ich fände eine Neuformung wesentlich angenehmer.

Schlaflos im Alltagschaos

Donnerstag morgen, kurz vor 2 Uhr.

Seltsame Zeit, einen Blogeintrag zu schreiben, aber nun ja. Vor allem natürlich mit dem Hintergrund, dass in 4h mein Wecker klingelt und mich freundlich bittet, aufzustehen, weil die Arbeit ruft.

Aber ich kann nicht schlafen, ich trau mich nicht.

Seit Wochen ist es schon wieder nicht so toll und es wird schlimmer,. Nachdem ich gestern mit Schlaftablette geschlafen habe, ist es eh so, als würde mein Körper Rache wollen. Dafür gibt es heute eine schlaflose Nacht.

Bzw. eigentlich würde ich ja schlafen wollen, aber meine Psyche mag es nicht.

Werde ich müde, kratzt meine Haut, mein Kopf und hält mich wach. Ich muss mich quasi kratzen, weil es so juckt. Aber da ist nichts.

Schaffe ich es, dem Drang zu widerstehen, höre mein Hörbuch und kuschel mich in meine Decke, spielt meine Psyche den bösen Joker aus.

Ich höre Geräusche. Ich spüre Blicke auf mir. Aber es ist niemand da. Ich sehe Schatten, spüre dann sogar Luft – aber eigentlich ist da niemand.

Ich merke Panik, Flashbacks, die mich in eine Zeit bringen, als dort wirklich wer war – und ich wehrlos war.

Ich weiß, die Zeit ist vorbei, aber gerade in solchen Nächten, wenn ich eh verletzlich bin, bringt mich meine Psyche zur Verzweiflung.

Und so stehe ich auf und schreibe einen Eintrag. Um kurz vor 2 Uhr.

Die Entscheidung: ambulant oder stationär

Tja, was ist schwieriger als die Frage nach der Therapie?

Brauch ich überhaupt eine? gute Frage

Komme ich gut in meinem Leben klar ohne ernsthafte Probleme? nein

Holt mich die Vergangenheit ein und hindert mich am Leben? ja

Brauche ich überhaut eine? ähm, ja

Was möchte ich verändern? Ich hatte Verhaltenstherapie, ich bin stabil, aber ich möchte Traumaarbeit betreiben

Klinik?

  • intensive Betreuung
  • engmaschig
  • viel Erfahrung

contra

  • kein Beruf und geregelter Alltag
  • Was sag ich Chef und Freunden?
  • Wohin die Hunde?
  • Lästern die Mitpatienten wieder über mich?
  • Gibt es nachts wieder Flashbacks?
  • jemand Fremdes mit auf dem Zimmer
  • keine abgeschlossenen Türen, somit keine Sicherheit
  • kein Aussuchen der Therapeuten

Letztendlich ist es schwierig. Denn es gibt wirkliche Vorteile, aber gigantische Nachteile.

Dabei möchte ich doch einfach nur aufhören, daran zu denken. Diese ekeligen Bilder im Kopf zu haben, was Mann so kleinen Mädchen antun kann.

Ist es ambulant möglich? ja

Ist es hart? ja

Bleibt man arbeitsfähig? tja, da sind sich die Betroffenen nicht einig

Aber was macht man, außer es auszuprobieren?

Was hat man zu verlieren?

Ich glaub, schlechter zu Männern kann ich gar nicht stehen.